Day 3 - Reisetag (Mailand, Genua, Nizza)


Am Tag drei ist gefühlt nichts passiert. Ich habe den Zug um 10 Uhr von Peschiera nach Mailand genommen. In Mailand dachte ich, dass ich möglicherweise einen gratis Covid-Test bekomme. Auf der Website des Außenministeriums steht nämlich etwas davon. Leider ist dem nicht so, deshalb musste ich ein paar Apotheken in der Nähe abklappern, um irgendwo noch einen Antigentest für Frankreich zu finden. Nach einer halben Stunde wurde ich fündig und bekam für 25€ eine wundervolle Nasenhöhlenmassage😅. Dreimal Niesen, dann gings wieder. Testen ist schon etwas ziemlich doofes, zudem ich eigentlich schon zweimal geimpft bin, leider nur noch nicht vollständig. Daher kann ich mindestens einem kostengebundenen Test wohl nicht entkommen.

Nach meinem Besuch in der Apotheke bekam ich großen Hunger und spazierte weiter zu einem anderen Bahnhof, von dem ich nach Genua weiterfahren wollte. Dort gönnte ich mir noch Focaccia und 2 Pfirsiche. Da ich mein gesamtes Gepäck auf dem Rücken hatte, war meine Bereitschaft Mailand zu erkunden nicht besonders groß. Außerdem sollte der Anschlusszug innerhalb der nächsten Stunde abfahren. Mit Betonung auf sollte. Leider gab es irgendwo in Ligurien einen Brand auf der Bahnstrecke, somit hatte der Zug bis auf Weiteres Verspätung. Nach ca. 1 weiteren Stunde am Bahnhof fuhr der erwartete Zug endlich ein. Bis dahin hatte ich bereits auf 1000 Arten einen Weg gesucht, um noch an diesem Tag nach Nizza ins Hostel zu kommen. Leicht war es nicht, aber ich schließlich fand ich irgendwo im 71. Tab einen Zug von Menton nach Nizza. Ich kam zwar erst um 24 Uhr dort an, aber ich wollte unbedingt noch in dieser Nacht in Nizza sein. 

Als der Zug endlich abfuhr, waren schlussendlich zwei ganze Stunden nach der eigentlichen Abfahrtszeit vergangen. (Kein Plan, ob dieser Satz gerade Deutsch ist. Ich bemühe mich eh irgendwie ein bissl😅.) 




Lange Fahrzeit, kurzer Sinn, in Genua war ich für maximal 45 Minuten und dann gings wieder ab in den Zug😴. Ich muss gestehen, dieser Tag war wirklich nur ein Reisetag. Dabei schleppe ich die Beachparty am Gardasee mit mir herum, aber sie war es definitiv wert. Von Genua schlief ich bis Ventimiglia, wo ich dann in den Zug nach Menton einstieg. Danach gelangte ich endlich an mein heiß-ersehntes Ziel. Nice. Eine Zugfahrt um 23 Uhr an der Italienisch-Französischen Grenze alleine als Dame ist meines Erachtens kein Problem, jedoch würde ich es nicht unbedingt weiterempfehlen. Nachdem die französische Polizei meinen Pass kontrollierte und mich 

NATÜRLICH OHNE 3G-ÜBERPRÜFUNG in ihr Land einreisen ließ (das ist nicht geschrieen, sondern soll nur bezeichnen, dass irgendwie eh überall auf Corona gschissn wird. Man könnte sagen, der Covid-Test ringt mit einem überteuerten Klopapier um Platz eins, wobei man anführen muss: überteuertes Klopapier ist zumindest mehrlagig, daher komfortabler und geht somit in Führung). 

Nach dem kurzen Toilettenexkurs nun.. okay, ein kurzer Tipp, der mir für die ganz krassen Sparfüchse einfällt. Vielen ist es wahrscheinlich so oder so bewusst, aber mir ist es erst jetzt so wirklich aufgefallen. 

Tipp Nr x: 

Kleine Bahnhöfe eignen sich am besten für den Besuch am stillen Örtchen. Dort muss man keine 0,5-1€ zahlen und hat zudem auch meistens keine Schlange (in der Toilette). Also gerade auf Interrail, wo man eher auf regionale Bahnhöfe kommt, ist dies sicher leicht einzuplanen. 


So, wo bin ich stehengeblieben? Also, es war schön, dass mich die Polizei einsteigen ließ, aber viel sicherer habe ich mich durch sie nicht gefühlt. Jeder andere Zug war bis jetzt völlig in Ordnung und kein Problem alleine als Mädchen, aber um 23 Uhr 4 schreiende Polizisten an die vorbeisprinten sehen, ist wohl keine 5-Sterne-Bewertung wert. Toll war auch, als einer von ihnen ungefähr zwei Mal aggressiv die Klotür aufgeschlagen hat. Deshalb: 

Tipp: 

Wer solchen kurzen Eskapaden nicht unbedingt begegnen möchte, sollte sich nicht in einen späten Zug setzen, sondern immer Reisen am Vormittag ansetzen.

Auch in dem Fall wird so mancher denken, ist doch klar, aber ich finde nicht. Ich möchte mich doch in einer Weise herantasten und schauen, wie weit ich gehen kann. Damit ist nicht gemeint sich leichtsinnig und waghalsig ins Unbekannte zu stürzen, sondern mit ein wenig Plan spontan zu sein. Die Vorkommnisse klingen wahrscheinlich nicht allzu dramatisch, aber ich habe schon eine gewisse Angst verspürt in dem Moment, muss ich gestehen. Jetzt würde ich solchen Zugfahrten zur späteren Stunde eher aus dem Weg gehen, aber mal sehen.


Und nun zum Ende des Tages. Ich habe die Unterkunft zuvor schon wegen meiner späten Ankunft kontaktiert und konnte so noch problemlos kurz nach Mitternacht einchecken. Im Zimmer schlief noch eine andere Frau, die tolerierte, dass ich noch schnell duschen musste. 





Zug, Zug, Zug. Für heute war es echt genug.

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